

„Die Freude am Leben“ im Semperdepot
von S. Zobl
Mit „Die Freude am Leben – eine chorische Klangwelt“ war das Konzert im Rahmen von 200 Jahre Johann Strauss überschrieben. […]
Aber das Frieren hat sich ausgezahlt. Aufwühlende Momente bereitete der Chorus sine nomine unter seinem Dirigenten Johannes Hiemetsberger in dieser eisigen Halle. Allen voran bei den hypnotisierenden Klängen von Beat Furrers „Enigma“. Das mutete wie eine Weiterführung der Drehbewegungen von Walzerrhythmen an. Aufhorchen ließen die pointierten Uraufführungen von „Es duftet nach Strauss“, „Straussverkauf“, „The Oestrich“ der jungen, österreichischen Komponistin Flora Geißelbrecht. Sie ließ Wortspiele zu Musik werden und intonierte exzellent auf der Viola.
Eindrucksvoll Caroline Shaws Tanzanleitung „Partita“. Adrián Artacho faszinierte mit seinen Klanginstallationen der drei Uraufführungen „Durch Schanis Garten“, „Der Tiger“ und „Walzer“. Was die Sängerinnen und Sänger unter diesen Bedingungen leisteten, war mehr als beachtlich. Die Stimmen waren ausgewogen, die Raumakustik wurde akkurat einbezogen. Bleibt zu wünschen, dass Artachos und Geißelbrechts Kompositionen öfter aufgeführt werden. Aber nicht nur im Strauss-Jubel-Jahr.
KURIER-Wertung: ★★★★★